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Die Waldorfpädagogik im Krippenalltag

Kinder bringen die Voraussetzung mit, das Gehen, das Sprechen und das Denken zu erwerben. Dazu brauchen sie Raum für körperliche Bewegung, mit der sie die Grundlage für ein bewegliches Denken schaffen können. Sie brauchen Zeit, um das körperliche Gleichgewicht zu üben, welches die Grundlage für das seelische Gleichgewicht bildet, und sie brauchen Ruhe für eine reiche Sinneserfahrung, die eine starke Persönlichkeit formen kann.

Bei der arbeit mit den kleinen Kindern ist uns das Recht auf Kindheit und dessen Schutz ein besonderes Anliegen. Hierfür nutzen wir das Konzept von Vorbild und Nachahmung und legen bei unserer Tagesablauf gestaltung großen Wert auf Wiederholung und Rhytmus. Im vordergrund steht für uns hierbei eine schützende Hülle zu bieten.

Bei uns im Waldorfkindergarten gibt es zwei Krippengruppen für Kinder von 1,5 -3 Jahren, die von
8.00 -15.00 Uhr betreut werden.

Nachdem die Kinder bei uns am Morgen angekommen sind, beginnt die Freispielzeit. Überall gibt es Interessantes zu entdecken, Bänder werden abgerollt, hinter sich hergezogen, auf Stühle hoch und runter geklettert, geschaukelt, in der Puppenküche wird gekocht, die Murmelbahn wird in Betrieb genommen. Seidentücher und Wolltücher werden vielseitig verwendet und vieles andere mehr. In dieser Zeit bereiten die Erzieher das Frühstück vor, machen mit einzelnen Kindern Berührungsspiele, nähen, stricken, putzen, wickeln, unterstützen und trösten die Kinder – durch dieses sinnvolle Tun und der Vorbildfunktion der Bezugspersonen wird ein nachahmendes soziales Verhalten ermöglicht.

Nach dem freien Spiel wird aufgeräumt und ein kleiner Sitzkreis mit an den Jahreszeiten angepassten Lieder, Fingerspielen, Bewegungsspielen oder anderes durchgeführt. Mit einem Tischspruch beginnt nun das Frühstück. Es gibt meist Vollkornbrot mit Butter, Obst und Gemüse, dazu Früchtetee und Wasser. Nach dem Frühstück findet das zweite Freispiel statt, dieses Mal in unserem Garten. Wir gehen mit den Kindern bei jedem Wetter hinaus, so erleben sie die Jahreszeiten ganz nah. Dann gibt es Mittagessen mit Getreide, Kartoffeln oder Nudeln und dazu Gemüse und einen leckeren Nachtisch. Dann ist es Zeit für einen Mittagsschlaf, um all die Eindrücke des Vormittags zu verarbeiten. Nach dem Aufwachen und einer kleinen „Knusperrunde“ kommen auch bald die Eltern und nehmen ihre Kleinen wieder in Empfang.

Uns ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ganz wichtig, es ist die Grundlage für unsere Arbeit. Wir haben viel Freude an dieser Arbeit und sind dankbar, die Kleinen ein Stück ihres Lebens zu begleiten und Keime zu legen, denn die Kinder sind die Zukunft.